Im gleichen Jahr schrieb Carl Zuckmayer, der von seinem Bekannten Fritz Kortner auf den Stoff aufmerksam gemacht worden war und das Buch von Schäfer nach eigenem Zeugnis absichtlich nicht gelesen hatte, eine dreiaktige Tragikomödie mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick. Der Kaiser forderte unverzüglich einen telegrafischen Bericht über die Affäre an. Dadurch, dass Voigt anders als in der Wirklichkeit die Uniform komplett bei einem Händler erwirbt – eine an sich eher banale Änderung –, bekommt der ‚blaue Rock‘ eine eigene Geschichte. Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen in drei Akten: 7002 von Zuckmayer, Carl und eine große Auswahl ähnlicher Bücher, Kunst und Sammlerstücke erhältlich auf AbeBooks.de. Alltagsphänomene wie die stereotype Frage bei der Arbeitssuche „Wo hamse jedient?“ und das von jedermann verinnerlichte, automatische ‚Strammstehen‘ vor Uniformträgern werden ebenso gezeigt wie groteske und wohl der Phantasie des Autors entsprungene militärische Rollenspiele, die der Gefängnisdirektor seine Sträflinge, darunter auch den sich hier sehr hervortuenden Voigt, zur Feier des Jahrestages der Schlacht von Sedan aufführen lässt. Da das Amt in Köpenick jedoch keine Pass-Abteilung hatte, stellt sich der Übeltäter – die Stadtkasse fast unangetastet – in Zuckmayers Stück am Ende freiwillig der Polizei und lässt sich für die Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis einen Pass versprechen. Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Harald Juhnke in Der Hauptmann von Köpenick. ISBN 3-935843-66-6 (Text auch hier im Weltnetz veröffentlicht) Literatur Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick den Köpenicker Täter in einer Anmerkung zu dem Dossier als „genialen Kerl“ bezeichnete. Das große Echo in der Presse und in den Kulturmedien und eine Vielzahl lustiger Postkarten, Fotos und satirischer Gedichte machten die Episode in ganz Deutschland und über die Reichsgrenzen hinaus auch im Ausland bekannt und führten zu dem bis heute anhaltenden Ruf des Hauptmanns von Köpenick als „Eulenspiegel des wilhelminischen Militärstaats“, wie ihn der luxemburgische Historiker Marc Jeck nennt (siehe Literatur). Den ersten längeren Kinofilm produzierte der Drehbuchautor und Regisseur Siegfried Dessauer, der 1926 die skurrile Episode des falschen Hauptmanns unter dem Titel Der Hauptmann von Köpenick mit Hermann Picha in der Titelrolle verfilmte. Verschiedene Verlage 1909, 1931, 1986, 2006. Dezember 1906 wird Wilhelm Voigt von einer Strafkammer des Landgerichts Berlin II wegen Amtsanmassung, Betrug, Freiheitsberaubung schwerer Urkundenfälschung und unbefugtem Tragen einer Uniform zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Bestimmend für das Werk von Zuckmayer sind seine Erfahrungen in der Weimarer Republik ( Neue Sachlichkeit ), während der Emigration und des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Ereignis, das auf großes öffentliches Interesse stieß und als die Köpenickiade sprichwörtlich in die deutsche Sprache einging, wurde häufig künstlerisch verarbeitet. [Carl Zuckmayer; Frank Beyer; Wolfgang Kohlhaase; Harald Juhnke; Udo Samel; Elisabeth Trissenaar; Katharina Thalbach; Hermann Beyer; Peter Gotthardt Genre/Form: German drama Readers Additional Physical Format: Online version: Zuckmayer, Carl, 1896-1977. Frankfurt am Main : Fischer Bücherei, 1961 (OCoLC)988250365 Document Type: Book All Ihren besonderen Reiz erhält die Szene dadurch, dass May in seiner Jugend selbst als Hochstapler mehrfach Amtspersonen (vor)täuschte. Voigt selbst genehmigte sich nach Aussage des Gefreiten Klapdohr einen Kognak zu 25 Pfennig. Daher war er auf der Suche nach einer neuen Heimat und trat bevorzugt im europäischen Ausland auf. Eine weitere dramatische Umsetzung des Stoffes in Form der 1932 ebenfalls unter dem Titel Der Hauptmann von Köpenick erschienenen Komödie von Paul Braunshoff blieb dagegen weitestgehend unbekannt. Dem Wilhelm Voigt säi Graf hat laang Jore kee Grafsteen. Die Stadt Luxemburg lehnte 1999 den Antrag ab, die Überreste nach Berlin umzubetten. In dieser Aufnahme sagte er: „Immer größer wurde die Sehnsucht in mir, als Freier unter Freien zu wandeln. Mein Lebensbild. Insoweit ist das Stück geeignet, das heute fast ausschließlich von Zuckmayers Interpretation und den daran orientierten Filmen geprägte Bild von Wilhelm Voigt in der Öffentlichkeit fundiert zu ergänzen und stärker an die historischen Geschehnisse anzubinden. Jubiläum der Köpenickiade im Jahr 2006 und seither jedes Jahr im Oktober wird das Zuckmayer-Stück im Festsaal des Rathauses Köpenick durch das „Stadttheater Cöpenick“[17] in Szene gesetzt. Januar 1922 in Luxemburg) war ein aus Ostpreußen stammender Schuhmacher. Ich hielt es aber nicht der Sachlage nach nötig, 17 Stunden lang einen Helm auf dem Kopfe zu tragen zu einer Diensthandlung, die ich bequemer in der Mütze ausführen konnte und wollte.“, Staatliche Stellen reagierten auf den Vorfall, indem sie die Beamten anwiesen, nicht ausschließlich auf die Uniform zu vertrauen, sondern „geeignete Nachweise“ für die Vorgesetztenstellung zu verlangen.[8]. Seinem Arbeitgeber und seiner Lebensgefährtin Riemer, einer 50-jährigen Fabrikarbeiterin, die im Nachbarhaus der Schwester lebte, erzählte er Ende September von einer angeblichen Erbschaft in Odessa, zu deren Inanspruchnahme er für einige Zeit verreisen müsse. Ein erstes Theaterstück (Der Hauptmann von Köpenick. Später bereiste er ganz Deutschland und trat in Lokalen und auf Jahrmärkten auf. In Leipzig kam ein ähnliches Schauspiel (Der Hauptmann von Köpenick) im Jahr 1912 ins Theater. Wilhelm Voigt wurde am 13. Der Hauptmann von Köpenick - Eine kostenlose Aufführung und ein Denkmal direkt vor dem Rathaus Im Extrablatt des Cöpenicker Tageblattes vom 17. Dezember 1906) klare Züge eines absichtsvoll geplanten Vorgehens trägt. A commemorative memorial plate for Wilhelm Voigt and the Captain of Köpenick at Köpenick city hall. Der in der Quittung angegebene Betrag von 4000,70 Mark (statt 3557,45 Mark) erklärt sich nach der Darstellung des Tatgeschehens im Gerichtsurteil dadurch, dass der Rendant versehentlich die von Voigt nicht mitgenommenen Zinsscheine der Köpenicker Stadtanleihe über 443,25 Mark eingerechnet hatte. Das Köpenicker Gaunerstückchen stellt sich dar als der glänzendste Sieg, den jemals der militaristische Gedanke in seiner äußersten Zuspitzung davongetragen hat. Bekannt wurde er unter dem Namen Hauptmann von Köpenick. begnadigt und am 16. Während Voigt selbst vor Gericht, in seiner Autobiografie und auch bei seinen späteren Auftritten stets behauptete, er habe das Geld nur verwahren und eigentlich einen Auslandspass erbeuten wollen, vermutet sein Biograf Winfried Löschburg, tatsächlich sei es Voigt um zwei Millionen Mark (heute: rund 12 Millionen Euro) gegangen, von denen er gehört hatte, dass sie im Köpenicker Rathaus im Panzerschrank lägen. Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch kaufen pdf hörbuch [PDF] Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch zusammenfassung deutch Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch inhalt pdf deutsch Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen … Garde-Regiment). Anschließend erklärte er ihnen, er werde „den Bürgermeister und vielleicht noch andere Herren verhaften“. The text explains the happenings in short form, including the exact date, and the later following fame of the case through the play of Carl Zuckmayer. The Captain of Köpenick (German: Der Hauptmann von Köpenick) is a satirical play by the German dramatist Carl Zuckmayer. Kein Volk der Erde macht uns das nach!“ Dieser Ausspruch des Kaisers ist allerdings nicht verbürgt. Besonders bekannt ist Carl Zuckmayers Theaterstück Der Hauptmann von Köpenick. Am 6. So übernimmt Zuckmayer die (wenig glaubhafte) Selbstdarstellung Voigts, wonach das Motiv für seinen Überfall ausschließlich der Erwerb eines Passes gewesen sei, den er dringend brauchte, um wieder ein normales Leben beginnen zu können. Vor diesem Hintergrund erwachte das Interesse an der Geschichte des Hauptmanns von Köpenick Ende der 1920er Jahre von Neuem. Wilhelm Voigt: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde: mein Lebensbild. Der Räuber-Hauptmann von Köpenick Aktuelle Schauerballade von Otto Reutter Teich/Danner Nr. Anders als in Katalogen häufig zu lesen, beruht dieser Film, dessen Kopien im Dritten Reich größtenteils vernichtet wurden, natürlich nicht auf dem bekannten Drama Zuckmayers, das ja erst einige Jahre später entstand. Zuckmayers Stück behandelt im zweiten und dritten Akt die Zeit um den spektakulären Überfall und im ersten Akt eine fiktive Vorgeschichte, die zehn Jahre vorher spielt. Darunter steht in kleinerer Schrift „Wilhelm Voigt 1850–1922“, wobei hier das Geburtsjahr falsch angegeben ist. Der Mann ist ein Realpolitiker allerersten Ranges. Dank seiner Popularität brachte er es zu einem gewissen Wohlstand und gehörte zu den ersten Besitzern eines Automobils im Großherzogtum, in dem er bisweilen Ausflüge mit seiner Wirtin und deren Kindern unternahm. Bei einem Zwischenhalt in Rummelsburg gab er den Männern Bier aus. Daraufhin zog er nach Rixdorf bei Berlin, wo er bei seiner älteren Schwester Bertha und deren Mann, dem Buchbinder Menz, wohnte und in einer Schuhwarenfabrik Arbeit fand. Aufgrund seiner Vorstrafen erhielt er jedoch nach wenigen Monaten ein polizeiliches Aufenthaltsverbot für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Mit ihnen fuhr er in der Berliner Stadtbahn nach Köpenick, da es ihm, wie er den Soldaten erklärte, nicht möglich gewesen sei, „Kraftwagen zu requirieren“. Die staatspolitisch fragwürdige Sonderstellung des Militärs als „Machtinstrument der Systemerhaltung nach innen“ und der „Missbrauch des Militärs als innenpolitisches Kampfinstrument“, die Stig Förster[10] als Wesen des „konservativen Militarismus“ beschreibt, wurden vielmehr vom Kaiser und den hinter ihm versammelten politischen Kräften weiterhin aktiv befördert. Noch einmal kam Voigt im Ersten Weltkrieg mit preußischem Militär in Berührung. Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in drei Akten. Der mit dem Vorgang befasste Leutnant notierte in sein Tagebuch: „Mir bleibt rätselhaft, wie dieser armselige Mensch einmal ganz Preußen erschüttern konnte.“. Buchbesprechung zu W. Voigts Lebensbild, Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik, Vorlage:Webachiv/IABot/www.readers-edition.de, Filmplakate und Basisdaten des Films von 1931 aus dem Westdeutschen Tonfilmarchiv, Filmplakate und Basisdaten des Films von 1956 aus dem Westdeutschen Tonfilmarchiv, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hauptmann_von_Köpenick&oldid=207075883, Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-04, „Creative Commons Attribution/Share Alike“, Voigt, Friedrich Wilhelm (vollständiger Name); Voigt, Wilhelm, deutsch-luxemburgischer Schuhmacher und Hochstapler (Hauptmann von Köpenick). Kritisiert wurde in der Presse auch das allzu ‚respektvolle‘ Verhalten der Soldaten: Sie hätten den Weisungen eines unvorschriftsmäßig uniformierten „Hauptmanns, der auffälligerweise keinen Helm, sondern eine Mütze trug“ (wie die Vossische Zeitung in der oben bereits zitierten Nachricht berichtete), an der überdies die obere Kokarde fehlte (wie Zeugen bestätigten), nicht so einfach Folge leisten dürfen, hieß es vielerorts. Der Kommentator der linksliberalen[7] Berliner Volks-Zeitung fasste den politischen Symbolgehalt des Köpenicker Gaunerstreichs am gleichen Tag so zusammen: „So unsagbar komisch, so unbeschreiblich lächerlich diese Geschichte ist, eine so beschämend ernste Seite hat sie. Extrablätter, Leitartikel und ein bereits am nächsten Tag veröffentlichter Steckbrief verbreiteten die Nachricht von dem dreisten … Für eine Bereicherungsabsicht spricht auch der Umstand, dass Voigt während der Rathausbesetzung nichts unternahm, was auf eine Suche nach Pässen hindeutet, während „sein ganzes planmäßiges Verhalten den Kassenbeamten gegenüber“ (so die Urteilsbegründung vom 1. Im Passage-Theater (in der Berliner Passage Ecke Friedrich-/Behrenstraße) wurde ein Sherlock Holmes in Köpenick betitelter Schwank geprobt und im Deutsch-Amerikanischen Theater (in der Köpenicker Straße in Berlin-Kreuzberg) eine Einlage mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick in die Posse Im Wilden Westen eingebaut. Presseberichten zufolge war es ihm zuvor auch gelungen, das Köpenicker Postamt für Telefonate nach Berlin eine Stunde lang sperren zu lassen. Gleichfalls am historischen Tatort findet seit Mai 2000 jeden Mittwoch und Samstag um 11 Uhr ein halbstündiges Straßentheater vor dem Köpenicker Rathaus statt. Auch antisemitische Klischees, wie sie bereits in der Kaiserzeit verbreitet waren, greift Zuckmayer (der bekennender Gegner des zur Zeit der Abfassung des Stückes aufkommenden Nationalsozialismus war und dessen Mutter aus einer assimilierten jüdischen Familie stammte) in karikierender Weise auf, so etwa in der Figur des geschäftstüchtigen jüdischen Krämers Krakauer oder in der Darstellung des jüdischen Uniformschneiders Wormser und seines Sohnes, denen er in den Regieanweisungen bestimmte Ausprägungsgrade der „jüdischen Rassemerkmale“ zuschreibt und damit auch das Scheitern der Judenassimilation im Kaiserreich thematisiert. Am 3. Der Kriegsausbruch und die im Kriegsverlauf auch politisch vollzogene Machtübernahme der Militärs im Staate führten schließlich zu den Umwälzungen von 1918, die eine Neudefinition der Rolle des Militärs in Deutschland notwendig machten und die Situation im Kaiserreich als ferne Vergangenheit erscheinen ließen. Erst nach dem Abtransport der Gefangenen konnten einige Stadtverordnete das Landratsamt telegrafisch in Kenntnis setzen. Indem Zuckmayer die Vorbesitzer der Reihe nach vorstellt, nimmt er die Gelegenheit wahr, die Vorgeschichte einiger Nebenfiguren (des Köpenicker Bürgermeisters beispielsweise) vor dem Hintergrund einer kritischen, teilweise bis zur Karikatur überzeichneten Schilderung der Verhältnisse in der kaiserlichen Armee und der vom Militarismus geprägten Gesellschaft jener Zeit zu erzählen, wobei die Allgegenwart des Militärs immer wieder neu in Szene gesetzt wird. Für weitere Bedeutungen siehe, Der Name der Stadt lautete zum damaligen Zeitpunkt in amtlicher Schreibweise. Es folgten weitere Verfilmungen, die alle auf Zuckmayers Stück basieren, zum Teil mit sehr bekannten Schauspielern wie Heinz Rühmann (1956) und Harald Juhnke (1997). Seine Wanderjahre als Schuhmachergeselle führten ihn durch weite Teile Pommerns und nach Brandenburg. Angesichts seiner sorgfältigen Recherchen vor der Tat hätte er dies eigentlich wissen müssen. So forderte der konservative Abgeordnete Elard von Oldenburg-Januschau in einer viel Aufsehen erregenden Reichstags­rede am 29. Er befindet sich in der Allée des Résistants et des Déportés[15] und kann mit der Straßenbahn erreicht werden (Haltestelle Faïencerie). Er trägt Uniform, Säbel und Schatztruhe. Oktober 1906: „Wir merken, dass unsere Vorliebe für militärisches Gepränge und Gepräge, die jedem Preußen im Blute steckt, in den letzten Jahren allzu reichliche Nahrung erhalten hat. This disambiguation page lists articles associated with the title Der Hauptmann von Köpenick… Zwischen 1864 und 1891 wurde er viermal wegen Diebstahls und zweimal wegen Urkundenfälschung verurteilt und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Vor dem Rathaus in Köpenick wurde 1996 ein Denkmal aufgestellt. stream Über 2.000.000 eBooks bei Thalia »Der Hauptmann von Köpenick« von Carl Zuckmayer & weitere eBooks online kaufen & direkt downloaden! Neben Belustigung und Schadenfreude machte sich in der Öffentlichkeit aber schon unmittelbar nach dem Ereignis auch Nachdenklichkeit bemerkbar. Das gestrige Intermezzo lehrt klipp und klar: Umkleide dich in Preußen-Deutschland mit einer Uniform, und du bist allmächtig. Er steht auf der Höhe intelligentester Würdigung moderner Machtfaktoren. Auch im Ausland sorgte der Vorfall für viel Aufsehen und wurde mehrheitlich als realkomische Manifestation des preußisch-deutschen Militarismus und der beherrschenden Rolle des deutschen Militärs in Staatswesen und Gesellschaft interpretiert. Dass aber eine alte Uniform aus einem Schuster über Nacht einen Hauptmann machen kann, einen Hauptmann mit der Befehlsgewalt, einen … Erstmals zum 100. Thema des Stücks sind Ausbeutung und die unmenschlichen Lebensbedingungen in Folge der Industrialisierung. Konnte es wirklich sein, dass ein Offizier ohne jegliche Legitimation außer seiner Uniform die Zivilgewalt außer Kraft setzte? 8� �8s�Ci��i w�!�t�C��Wa�b�?���8� z�Œt��a��$pMa��@�O�;�B��(�\����e�W�S����#� Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Er wurde als Hochstapler unter dem Namen Hauptmann von Köpenick bekannt durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick[1] bei Berlin, in das er am 16. Die „Köpenickiade“ machte Voigt weltbekannt. Albert Bassermann spielte die Rolle in einem 1941 im amerikanischen Exil entstandenen Remake von Oswalds Kinofilm erstmals in englischer Sprache. Das Stück spielt in Berlin zur Zeit des preußischen Kaisers Wilhelm II. Damals gab sich der arbeitslose, vorbestrafte Schuster Wilhelm Voigt als Hauptmann aus. Oktober 1906: „Auch die Bühne hat sich bereits der Geschichte bemächtigt.“ In der täglichen Revue im Metropol-Theater „marschierte gestern eine Anzahl Soldaten auf, die sich darauf beschränkte, zu allen Befehlen eines Hauptmanns zu nicken“. Zehn Tage später wurde er beim Frühstück verhaftet, nachdem ein ehemaliger Zellengenosse, der von Voigts Plänen wusste, der Polizei in Erwartung der hohen Belohnung einen Tipp gegeben hatte. Noch im selben Jahr folgte unter der Regie von Richard Oswald die erste Verfilmung für das Kino, in der Max Adalbert, der die Rolle mittlerweile auch auf der Bühne verkörperte, die Titelrolle übernahm. Dieser hatte im Jahr 1906 sich in einer fremden Uniform der Stadtkasse von Köpenick bemächtigt, damals eine Stadt nahe Berlins. 1912 kaufte er das Haus an der Neippergstraße (Rue du Fort Neipperg) Nr. Ebenfalls zum Jubiläumsjahr 2006 entstand unter dem Titel Das Schlitzohr von Köpenick – Schuster, Hauptmann, Vagabund ein neues Theaterstück über Wilhelm Voigt, das die Autoren Felix Huby und Hans Münch dem Volksschauspieler Jürgen Hilbrecht auf den Leib geschrieben haben, einem Hauptmannsdarsteller, der diese Rolle bereits seit Jahren am historischen Tatort in Berlin-Köpenick verkörpert und die Geschichte Voigts Touristen und geschichtlich Interessierten mit viel persönlichem Engagement näher bringt. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen; gestorben am 18. In dieser kleinen Köpenickiade, ursprünglich im Jahr 2000 vom Tourismusverein Treptow-Köpenick initiiert und seit 2005 vom Verein Köpenicker HauptmannGarde e. V. weitergeführt, wird in humoristisch abgewandelter Zuckmayer-Version des Hauptmanns von Köpenick der Coup vom 16. Garde-Regiments herbeirufen und unterstellte zehn oder elf Mann unter Hinweis auf eine nicht existierende Kabinettsorder „auf allerhöchsten Befehl“ seinem Kommando. Obwohl er eigens dazu nach Kiel reiste, wurde ihm das Betreten des Zuschauerraums jedoch von den Behörden untersagt, da man einen Auflauf befürchtete. Der Zirkus Sarrasani kaufte 1961 das Grab von Wilhelm Voigt für 15 Jahre und stiftete zugleich einen Grabstein. Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Auch einzelne Mitglieder der „Truppe“, die er seinerzeit befehligt hatte, nahmen an den Auftritten teil oder ließen sich mit ihm fotografieren. Im von deutschen Truppen besetzten Luxemburg nahm man ihn kurzzeitig in Gewahrsam und verhörte ihn. Im Filmarchiv in Berlin existiert ein Originalfilmdokument mit Wilhelm Voigt. – Der Helm stand ruhig in meiner Wohnung auf dem Tische. Auf die Frage des Truppführers, wer denn der Tote sei, antwortete die Trauergemeinde „Le Capitaine de Coepenick“. 1909 erschien in einem Leipziger Verlag seine Autobiografie: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. … Der Hauptmann von Köpenick (The Captain of Köpenick) is the title of several films, plays, and television shows, all about the Hauptmann von Köpenick affair in 1906. Der Hauptmann von Köpenick ist Carl Zuckmayers erfolgreichstes Bühnenstück. von Gerhart Hauptmann Gerhart Hauptmanns Drama »Die Weber« wurde 1892 veröffentlicht und 1893 in Berlin uraufgeführt. Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Als strafmildernden Umstand ließ das Gericht hingegen gelten, dass er „nach Verbüßung seiner letzten Strafe ernst und – soweit es an ihm lag – erfolgreich bemüht gewesen ist, sich seinen Lebensunterhalt ehrlich zu erwerben, und auf dem besten Wege war, ein nützliches Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft zu werden, daß aber dieses Bemühen ohne seine Schuld vereitelt und er wieder auf den Weg des Verbrechens gedrängt ist.“ Insoweit erkannte auch das Gericht an, dass Voigts Tat entscheidend durch seine aussichtslose Lage als Vorbestrafter veranlasst war, der nach den damaligen Regeln der Polizeiaufsicht nicht auf einen gesicherten Aufenthaltsstatus hoffen konnte. Schon mit 14 Jahren wurde er wegen Diebstahls zu 14 Tagen Haft verurteilt. Verschiedene Verlage 1909, 1931, 1986, 2006. August 1908[12] entlassen, am selben Tag verewigte er seine Stimme in Form einer Grammophonaufnahme, für die er 200 Mark erhielt. Pässe wurden nicht im Rathaus, sondern auf dem Landratsamt des Kreises Teltow in Berlin ausgestellt. DER HAUPTMANN VON KÖPENICK Lyrics Es war einmal ein Schuster, der fand ne Uniform und zog sie an Er sprach zu zehn Soldaten : Ihr hart auf mein Kommando und sie folgten Mann far Mann Oktober 1906 nahe der damaligen Militärbadeanstalt Plötzensee im Westen Berlins mittags zur Zeit des Wachwechsels auf der Straße einen Trupp Gardefüsiliere (sogenannte „Maikäfer“) an, ließ noch einen zweiten Trupp abgelöster Wachsoldaten vom Schießstand des 4. Die Figur wurde von dem Armenier Spartak Babajan entworfen und von der Kunstgießerei Seiler in Bronze gegossen. Im Jahr 1908 (nach Voigts Entlassung) brachte ein Kieler Varieté ein lustiges Programm mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick auf die Bühne. Ganz Deutschland lachte über den Geniestreich. Der Hauptmann von Köpenick www.mittelschulvorbereitung.chT90k. Wilhelm Voigt selbst schreibt in einem Brief an seinen Bekannten Kallenberg, er habe „großes Verlangen und Interesse“ gehabt, sich die Vorstellung anzusehen. Deshalb müssen wir fortan unsern Respekt etwas schweigen lassen.“. In Mainz, Triest (November 1906) und Innsbruck (Januar 1907) sind die Uraufführungen dreier offenbar possenhaft-komisch konzipierter Stücke belegt, die alle den Titel Der Hauptmann von Cöpenick trugen. Ebenfalls noch vor Zuckmayer griff der rheinische Heimatdichter und Redakteur Wilhelm Schäfer das Thema auf und veröffentlichte 1930 einen nur mäßig erfolgreichen Roman über das Leben des Schusters Wilhelm Voigt mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick. Eine englische Bearbeitung des Zuckmayerschen Dramas entstand 1971 unter dem Titel The Captain of Koepenick (Übersetzer war der englische Dramatiker John Mortimer) und wurde im selben Jahr mit dem bekannten Shakespeare­interpreten Paul Scofield in der Titelrolle in London uraufgeführt.