Diese Orientierung ist das „Bessere“, das Maria erwählt hat, wie Jesus feststellt. Silbentrennung: [73], Der Platoniker Marsilio Ficino (1433–1499), ein entschiedener Befürworter des Vorrangs der vita contemplativa, griff einen Gedanken auf, den der spätantike Mythograph Fabius Planciades Fulgentius vorgetragen hatte: Er bezog den Mythos vom Urteil des Paris auf die verschiedenen Lebensweisen. Aus Voltaires Sicht ist eine solche Kontemplation weder wünschenswert noch möglich: Ein Mensch, der nicht handelt, sondern nur betrachtet, wäre nicht nur blöde und unnütz für die Gesellschaft, sondern könnte überhaupt nicht existieren. Das Leben des Philosophen sei optimal geordnet und er werde von den Göttern am meisten geliebt. September 2020, https://www.wortbedeutung.info/kontemplativ/. [87], Die Erzählung von Martha und Maria legte Cusanus im Sinne seiner Erkenntnistheorie aus. Die affektive Seite des Vorgangs ist wesentlich. Im Umkreis von Abraham ben Mosche ben Maimon (1186–1237), des Sohnes des einflussreichen Gelehrten Maimonides, wurde eine kontemplative Frömmigkeit gepflegt. Das eigene Lebensgefühl wird zum Mitgefühl mit dem Weltganzen. Die dritte und höchste Stufe ist die Gottesschau, ein überrationales Erkennen jenseits aller Vorstellungen und Begriffe. Seine Philosophie sollte zur „Schau“ der nicht sinnlich wahrnehmbaren, nur geistig erfassbaren „Ideen“ hinführen. [62], Thomas war der Ansicht, dass der Mensch, „insoweit er kontemplativ ist“, eine gleichsam übermenschliche Qualität erhalte. So kommt ein transzendentales Wissen zustande. Aber auch die Negationen erweisen sich bei näherer Untersuchung als unzulänglich. keine Enzyklopädie und kein Sachwörterbuch, welches Inhalte erklärt. Die Lizenzbestimmungen betreffen nur den reinen Artikel (Wörterbucheintrag), gelten jedoch nicht für die Anwedungsbeispiele, den Thesaurus und die Nutzerkommentare. [7], Für Platon (428/427–348/347 v. Nur eine „menschliche“ Wissenschaft, die in unmittelbarer Beziehung zum tätigen Leben stehe, sei naturgemäß. Zu diesem Zweck minimiert er alles Handeln. Zur reinen, absoluten transzendentalen Anschauung wird sie erst dann, wenn sie den relativen Gegensatz von Subjekt und Objekt übergreift und beide als Momente der absoluten, sich selbst anschauenden Vernunft ansieht. Dann werde die Betrachtung der Schöpfung zum Anlass, sich dem göttlichen Urheber all dieser Dinge zuzuwenden. Das Buch fand starke Resonanz und wurde bald in dreizehn Sprachen übersetzt. Das praktische Leben hielt er für ein notwendiges Durchgangsstadium der Bewährung, ohne das man die Kontemplation Gottes nicht erreichen könne. Auf der zweiten Stufe wird Gott im Spiegel der sinnlich erfahrbaren Dinge nicht „durch“ diese wie aus Spuren betrachtet, sondern „in“ ihnen, insofern er in ihnen anwesend ist. Platon verwendete gern die Metapher des Schauens, um den Kontakt des Philosophen mit der Wirklichkeit – dem zeitlosen Sein – zu charakterisieren. Unter praktischem Gesichtspunkt sei sie nutzlos. Wir beantworten die Fragen: Was bedeutet kontemplativ? Jahrhunderts trat der Begriff Kontemplation in den Hintergrund. Jahrhundert nahm Michel de Montaigne in einem Kapitel seiner Essais, das er der Einsamkeit widmete, zugunsten der beschaulichen Lebensweise Stellung. Es würden Tag für Tag immer neue und wunderbare Erfindungen aus der Tiefe des menschlichen Verstandes hervorgelockt. Die zweite Stufe, das innerliche Leben, schilderte Ruusbroec am ausführlichsten. Dabei sollen Lichterscheinungen auftreten. Abkürzung O. Cart. »Man muss nämlich wissen, dass, wie das gute geordnete Leben danach strebt, vom tätigen zum kontemplativen Leben überzugehen, die Seele so meistens in nützlicher Weise aus dem kontemplativen in das tätige Leben zurückkehrt, um noch vollkommener das tätige Leben dafür zu bewahren, was das beschauliche Leben im Herzen entzündet hat. Einhelligkeit bestand darüber, dass eine vollkommene Gottesschau im Diesseits unmöglich, eine begrenzte Betrachtung Gottes jedoch im irdischen Leben erlangbar sei. Unter dem Einfluss des Greises wurde Justin Christ. Auf der dritten Stufe wendet sich der Betrachter seinem eigenen Geist zu, in dem ihm ein Abbild Gottes entgegenleuchtet. [4], Das Konzept des auf Erkenntnis ausgerichteten Verhaltens, das später Kontemplation genannt wurde, und einer entsprechenden Haltung und Lebensweise stammt aus der griechischen Philosophie. Im religiösen Kontext ist das Objekt oft eine Gottheit oder deren Wirken. Ihm widerstrebte der Gedanke einer vollständigen Ruhe, die in der kontemplierenden Seele eintreten soll. Dies soll innere Stille und ein „Ruhen in Gott“ bewirken. [25], Auch andere frühe christliche Apologeten, Athenagoras von Athen und Theophilos von Antiocheia, stellten die sittliche Qualität der christlichen Lebenspraxis dem kontemplativen Ideal der Philosophen entgegen. Dabei erkennt der Betrachter die Entsprechung der rationalen Struktur seiner Erkenntnis zur Rationalität des Seienden, eine Übereinstimmung, die darauf beruht, dass beide aus demselben absoluten Grund stammen. Sein Ideal des betrachtenden, „theoretischen“ Forscherlebens wurde zum Ausgangspunkt einer bis zur Gegenwart andauernden Diskussion über die Rangordnung und das Verhältnis von Handeln und Erkennen. Gott bleibt unerreichbar, wenn es nicht gelingt, die Vorstellung der Widersprüchlichkeit zu übersteigen und das Paradox als Wirklichkeit zu erfassen. contemplative order noun @GlosbeMT_RnD. Dieser kann seine Aufmerksamkeit nur auf das richten, was eine Beziehung zu seinem Willen hat. [94], Eine Variante des Disputs um Wert und Rang von Aktion und Kontemplation war der Streit um den sogenannten Quietismus im späten 17. Das Individuum erfährt seine Verwandtschaft mit allen Erscheinungen des Wirklichen, und entsprechend steigert sich seine Lebensfreude und wächst das Bewusstsein seiner Kraft. [122] In solcher Kontemplation wird „das einzelne Ding zur Idee seiner Gattung“. Davon ist das deutsche Wort Tempel abgeleitet. Der nach Erkenntnis Strebende gelangt zur Einsicht in sein eigenes Nichtwissen und Nichterkennen. Zisterzienser und Zisterzienserinnen nennen sich die Mönche bzw. Weitere Wortführer dieser Richtung waren Matteo Palmieri (1406–1475), der Leonardo Bruni als Vorbild pries, und Giovanni Pontano (1429–1503), der die Vereinigung von öffentlichem Handeln und Kontemplation vor allem als Aufgabe des Herrschers betrachtete. Er übersehe dabei, dass „er selber auch der eigentliche Dichter und Fortdichter des Lebens ist“ und nicht ein bloßer Betrachter und Festgast vor der Bühne. Neue Rechtschreibung: kon|tem|pla|tivs|te Seine Interpretation der biblischen Begebenheit mit Maria und Martha bildete die theologische Grundlage für die Überzeugung, dass die vita contemplativa, das der Betrachtung gewidmete Leben, die beste Form des christlichen Daseins sei. In diesem Sinne äußerte sich Johannes Gerson († 1429), ein Kritiker der scholastischen Theologie, der einer „mystischen Theologie“ den Vorzug gab. Heißt: Hier stehen das Gebet und die geistliche Betrachtung im Zentrum. Sie wollen lieber den Verstand bilden als die Sitten veredeln und machen die menschliche Natur zum Gegenstand spekulativen Nachdenkens. Man könne etwas nur lieben, wenn man erkannt habe, dass es gut sei. Wer zur fünften Stufe emporgestiegen ist, der betrachtet Gott nicht in der Außenwelt oder in sich selbst, sondern „über“ sich, das heißt im Hinblick auf das göttliche Sein. Selbsterkenntnis bedeutet Erkenntnis des einen absoluten Ursprungs allen Seins und der eigenen Verbundenheit mit ihm. [157], Die Erörterung des religiösen Werts von hitbodedut setzte im 11. Nach seiner Darstellung wird das Auge der Seele durch die Dialektik, die diskursive philosophische Methode der Erkenntnisgewinnung, aus dem „barbarischen Morast“, in dem es vergraben war, hervorgezogen und nach oben gerichtet. Der Artikel steht unter den hier aufgeführten Lizenzen. [67], Der Theologe und Kontemplationslehrer Jan van Ruusbroec († 1381) beschrieb in seiner Schrift Brulocht ein geschlossenes System von drei Lebensformen, die er als die drei Stufen des Aufstiegs zu Gott und zur Vereinigung mit ihm auffasste. Die eine von ihnen betrachtet nach seiner Darstellung den Menschen hauptsächlich als zum Handeln geboren. Der Mönch hatte seine Gedanken ständig auf Gott zu konzentrieren. Es wird erwartet, dass sich die Gottheit ihrem Verehrer zeigt, wenn er den Japa korrekt ausführt. [126], In den genannten Fällen ist es nach Schopenhauers Darstellung bloß das Schöne, das auf den Betrachter einwirkt. [123] Schopenhauer gelangte zu dem Urteil, dass die Augenblicke, in denen solche willenlose Betrachtung stattfindet, „die seligsten sind, welche wir kennen“. Alte Rechtschreibung: …, kontemplativstem (Deutsch) Keinesfalls darf man versuchen, den Inhalt der Wahrheit vorausahnend vorwegzunehmen. Die stille Kontemplation wird nach den unterschiedlichen Zuständen und Erkenntnissen, zu denen sie führen soll, in mehrere Phasen unterteilt. Auch in Russland lebte die hesychastische Tradition in manchen Klöstern fort, doch wurde sie durch mönchsfeindliche Maßnahmen geschwächt, die Zar Peter der Große (1682–1725) ergriff. Wortart: Deklinierte Form Verbreitet ist die Anrufung Gottes mit einem seiner rühmenden 99 Namen, die jeweils eine seiner Eigenschaften nennen. Dazu bemerkte er, eine solche Ruhe oder Untätigkeit sei eine tierische Stumpfsinnigkeit, wie sie mit Betäubungsmitteln erzeugt werde. Das ist für den Betrachter ein Weg des Abstiegs, der von dem, was Gott am ähnlichsten ist (Begriffe wie „das Hohe“, „das Erste“, „das Überragende“), abwärts führt zu dem, was Gott am fremdesten ist und doch einen Teil seiner Schöpfung bildet: Unbelebtes und Untugend. Juni 2019, „Sein Album beschreibt der 72-Jährige laut „Krone“ mit den Worten: Dunkel und kontemplativ.“LooMee TV, 17. Er ging von der Etymologie aus, um die Begriffe zu erschließen. Der Mensch sei zwar unvollkommen, aber er bilde ein Teilchen des Vollkommenen, an dem er sich zu orientieren habe. [34], Auch der Gegensatz zwischen den Schwestern Lea und Rachel, den beiden Frauen des Stammvaters Jakob in der Bibel, symbolisiert für Augustinus das Verhältnis zwischen Aktion (Lea) und Kontemplation (Rachel). [6] Im 5. [59], Im Spätmittelalter wurden die herkömmlichen Lehren über das kontemplative Leben im Wesentlichen unverändert übernommen, so etwa im Lukas-Kommentar Alberts des Großen († 1280), eines sehr einflussreichen Gelehrten. Das „Betrachten“ fasste er durchaus als Tätigsein im Sinne eines aktiven Forschens auf, nicht im Sinne eines bloßen Empfangens von Erkenntnis, einer passiven Beschaulichkeit. Silbentrennung: Demnach hat die Kontemplation kein abschließendes Ziel, das sie erreichen kann. Im neuzeitlichen Christentum wird der Begriff Kontemplation oft ungefähr gleichbedeutend mit Meditation verwendet, wobei aber Kontemplation als Gegensatz zu Aktion stärker den Aspekt der Beschaulichkeit und Zurückgezogenheit akzentuiert. kontemplative (Deutsch) war die Überlegenheit der betrachtenden Haltung unzweifelhaft, doch verband er damit keine Geringschätzung des tätigen Lebens. Der Karmel als kontemplativer Orden sieht seine zentrale Lebensaufgabe im Gebet. Aus seiner Sicht ist eine solche Schau die vollkommene Weise des Erkennens, weil sie sich auf das Ursprüngliche richtet, das allem Zeitlichen, allem Werden zugrunde liegt, und dieses Ursprüngliche unmittelbar als ein Anwesendes und Gegenwärtiges erfasst. Contemplari, ursprünglich das Beobachten als Aufgabe der Auguren, konnte später jede Art des aufmerksamen Betrachtens sowohl im sinnlichen als auch im geistigen Bereich bezeichnen. In der Regel wird durch ein kontemplatives Leben oder Handeln ein besonderer Empfindungszustand oder eine Bewusstseinserweiterung angestrebt. Später hätten sie jedoch den Verstand geschärft, die Handwerke erfunden und die Künste entdeckt. [139], Die Loslösung von den hinderlichen Denkinhalten ist für Weil zwar ein diskursiver Vorgang, doch danach muss der diskursive Teil der Seele ausgeschaltet werden, damit sich die Seele in die standpunktfreie „reine Anschauung“ (la pure contemplation) stürzen kann. [54] Die zweite Stufe hat denselben Gegenstandsbereich wie die erste, unterscheidet sich aber von ihr in der Verarbeitung der empfangenen Eindrücke. Seine Bemühungen, mittels der auf Sinneswahrnehmungen fußenden Vorstellungen und davon ausgehenden diskursiven Denkprozesse ans Ziel zu gelangen, sind gescheitert. Kontemplation (von lateinisch contemplatio „Richten des Blickes nach etwas“, „Anschauung“, „[geistige] Betrachtung“[1]) ist in philosophischen und religiösen Texten die Bezeichnung für ein konzentriertes Betrachten. Calendula hat geschrieben:Ich finde es schade, dass hier von jeder Menge Laien, die normale Kleidung tragen darüber geurteilt wird, wie die Orden ihre Tracht gestalten oder auch nicht.Ich finde es schade, dass hier von jeder Menge Laien, die normale Kleidung tragen darüber geurteilt wird, wie die Orden ihre Tracht gestalten oder auch nicht. Plotin bezeichnete diese Beschäftigung als ein „Denken“. Dabei muss er das Unendliche aus seiner Betrachtung fernhalten, denn es übersteigt seinen Horizont. Ihr zufolge kann kein Name und keine Bezeichnung Gottes Transzendenz gerecht werden und ihm daher wirklich zukommen. So sei es auch im Leben: Die einen seien nach Ruhm oder Gewinn gierig, die anderen – die Philosophen – wollten nach Wahrheit forschen. Den Aufstieg gliederte er in drei Stufen: Erst sammle sich der Geist in sich, dann gewinne er Einsicht in sein Gesammeltsein und schließlich steige er über sich hinaus und gelange zur Gottesschau, bei der die Seele aus der Welt hinausgerissen werde. Allerdings wurden dabei auch gewisse Unterscheidungen vorgenommen. In dieser Lust sei nichts Göttliches, sie sei rein menschlich und von derselben Art wie sinnlicher Genuss. Allerdings könne nur ein Bhakta, ein wahrer Gottgeweihter, den Gottesnamen auf reine Weise aussprechen. Diese war für Platon das lohnendste Ziel, denn in den Ideen sah er die eigentliche, in höchstem Maß attraktive Wirklichkeit. Er wurde dann in erster Linie für Kultbauten verwendet, die einer bestimmten Gottheit geweiht waren. Dort kritisierte er die „eingeschliffene Differenz“ von „aktiv“ und „kontemplativ“. ohne Plural. Seid mit eurem gläubigen Leben Leuchttürme und weist auf den hin, der Weg, Wahrheit und Leben ist, den einzigen Herrn, der unserem Dasein Erfüllung verleiht und uns Leben in Fülle schenkt“. [141], Die von den Römern gewählte lateinische Übersetzung von theōreín mit contemplari und theōría mit contemplatio bringt nach Heideggers Auffassung „das Wesenhafte dessen, was die griechischen Worte sagen, mit einem Schlag zum Verschwinden“, denn etymologisch bedeutet contemplari, dass etwas in einem herausgeschnittenen Abschnitt umzäunt wird. „Der Charakter des eingeteilten, eingreifenden Vorgehens gegen das, was ins Auge gefaßt werden soll, macht sich im Erkennen geltend.“[142], Josef Pieper legte seine Auffassung 1957 in der Schrift Glück und Kontemplation dar. Die sechste Stufe beschreibt Richard als eine Erleuchtungserfahrung (irradiatio), eine Kontemplation „oberhalb des Verstandes“, die der Verstand nicht mehr nachvollziehen kann. Franz lehrte eine Meditations- und Kontemplationsweise, deren Kernelemente sich auch in weiten Laienkreisen verbreiteten. Jahrhundert, nachdem 1782 die umfangreiche Quellensammlung Philokalie erschienen war, eine Zusammenstellung maßgeblicher Texte der orthodoxen Spiritualität, die als geistliche Anleitung populär wurde. Er meinte, die verbreitete Ansicht, ein echter Gelehrter habe auf Teilnahme am öffentlichen Leben zu verzichten, sei irrig. Der Betrachter erhofft sich eine Verbindung mit der Gottheit, auf die er sich konzentriert, und deren gnädige Zuwendung. Ganz ohne Bewegung wäre das Leben lethargisch, eine absolute Stille würde zur Traurigkeit führen und ein Bild des Todes bieten. Ein Mensch, von dem man glaube, dass er sich hauptsächlich mit dieser erhabenen Betrachtung beschäftige, erhalte gewöhnlich höchste Verehrung. Dabei werden die Wiederholungen mit Hilfe einer Gebetskette (mālā) gezählt. und so helfen, unser Wörterbuch zu ergänzen. Später begegnete er einem Greis, der ihn zum Christentum bekehrte. [146] Adorno urteilte, der kritische Geist sei der „absoluten Verdinglichung“ nicht gewachsen, „solange er bei sich bleibt in selbstgenügsamer Kontemplation“. Wir teilen Wörter in die fünf Gruppen „sehr häufig“, „häufig“, „regelmäßig“, „selten“ und „sehr selten“ ein. [46] Die kontemplativen Höhenflüge sind allerdings zeitlich begrenzt. Es handelt sich um ein nichtrituelles Gebet, das in der ständigen Wiederholung einer Formel – eines Glaubenssatzes oder eines Gottesnamens – besteht. Alle Genussquellen seien gleichrangig. Das einzige Gefühl war das der eigenen Existenz, und es erfüllte die Seele vollständig. Alle diese Wörter dienten nun in der Philosophie und auch in theologischen Schriften zur Bezeichnung eines „spekulativen“, aus Folgerungen der Vernunft bestehenden Erkenntnisvorgangs im aristotelischen Sinn. Dann zeigt sich der Sinn der Redensart, nach der man sich in einen Gegenstand „verliert“: Man vergisst „sein Individuum, seinen Willen“ und bleibt nur noch als „reines Subjekt“, als „klarer Spiegel des Objekts“ bestehen. An und für sich sei die „Betrachtung der rauhen Größe der Natur“ nicht geeignet, in allen Menschen ein Wohlgefallen zu bewirken; vielmehr sei ihr Anblick wahrhaftig eher abschreckend. Sie haben keinen endgültigen Charakter und sind daher von begrenztem Wert oder sogar fragwürdig. Er fasste die Betrachtung als eine vom Bereich des Sozialen und Ethischen völlig getrennte Aktivität auf, die einen Selbstzweck darstelle und keinen Ertrag für den Alltag oder die Politik erbringe. Das entspricht der Natur des Intellekts, denn die Vernunft ist in der Lage, sich von der Vielheit, vom Instabilen und Unruhigen zu trennen und sich ganz auf „das Eine“ – die einheitliche, unwandelbare Wahrheit – auszurichten. Heute konzentriere ich mich mehr auf einige Aspekte mehr theroretischer Natur der Kontemplation und morgen mehr auf die Praxis, wie eine Art kontemplativer Lebensstil im normalen Alltag eingeübt werden kann. Er verglich die Meditation mit dem Herumfliegen der Bienen, die Nektar sammeln, und die Kontemplation mit dem Genuss des Honigs im Bienenstock. Auch die Götter verdanken ihre Göttlichkeit ihrer Hinwendung zu den Ideen. Er meinte, die Vorstellung eines göttlichen Wesens, dessen Wohlwollen und Weisheit die Maschine des Universums ersonnen habe, sei sicherlich von allen Objekten menschlicher Kontemplation das weitaus erhabenste. Er beschrieb den „Weg von hitbodedut“ als Mittel zum Erreichen von Nähe zu Gott und betrachtete ihn als Vorbereitung auf die Erlangung des Prophetenstatus. [113] Von der Lust am Schönen unterschied Kant die Lust am Erhabenen der Natur. Die Zeit bedeutete ihr nichts, die Gegenwart dauerte immer fort, doch ohne ihre Dauer merken zu lassen, ohne irgendeine Spur von Aufeinanderfolge. Dabei verwandelt sich eine bloße richtige Meinung in ein Verstehen, über das man Rechenschaft ablegen kann. Unter Kontemplation verstehen die karmelitischen Autoren eine Erkenntnisweise, die in einem einfachen Akt der Schau der Wahrheit oder im ruhigen Verweilen beim Erkenntnisgegenstand besteht. [101], In der orthodoxen Welt blieb in der Neuzeit der Berg Athos ein Zentrum des Hesychasmus. Silbentrennung: Info. Sie stellt ihm die Tugend als das Wertvollste vor Augen und will ihn durch die Aussicht auf Ruhm und Glück zur Tugendhaftigkeit in einem aktiven Leben anspornen. Sie werden möglichst in zeitweiliger Abgeschiedenheit ausgeführt. Das hat der Papst den Schwestern kontemplativer Orden in Madagaskar über Heiligung gesagt. Als kontemplativer Orden hat sich die Gemeinschaft ganz dem Gebet verschrieben. Anzeige. Aus dieser Sicht ist das Beschreiten des Weges ein wachsender Nachvollzug dessen, was in der Natur des Menschen als Nachbild Gottes angelegt ist, wobei sich das Erleben immer mehr vertieft und zentralisiert. Erst hinter der Mauer kann Gott unverhüllt gefunden und gesehen werden. [35], Im östlichen Mönchtum war die auf Gott gerichtete Kontemplation (theōría eis theón) schon in frühester Zeit eine Hauptaufgabe des spirituellen Lebens, wie aus den Apophthegmata patrum hervorgeht. Silbentrennung: Silbentrennung: Diese Erfahrung erfolgt in Frieden und absoluter Ruhe, unabhängig von den Mühen des diskursiven Denkens. Das Wort „Kontemplation" kommt vom lateinische Verb „contemplari" und bedeutet „betrachten, schauen". Im kontemplativen Verhalten erweitert sich das Gefühlsleben, in dem Lebensreichtum, Wert und Glück des Daseins zunächst persönlich erfahren werden, zu einer Art von universeller Sympathie. Wortart: Deklinierte Form Denken hingegen sei Erkenntnis des Abwesenden oder auch nur Bemühung um solche Erkenntnis. Mit dieser Stellungnahme wandte er sich gegen die angesehensten Autoritäten; er bekämpfte sowohl die aristotelische als auch die scholastische Tradition und verwarf auch die Positionen früherer und zeitgenössischer Humanisten. Er sieht im Gegenüber die Gestalt Christi, der im Gegenüber geliebt und dem gedient werden soll, ob Mitbruder oder Mitschwester, ob krank oder zu Gast oder Leitungsperson, ob mit charakterlichen Schwächen belastet oder lästig oder unaufmerksam. Die Ideenwelt bietet ihm ein göttliches Vorbild, dem er sich nachahmend angleichen will. Die unerschütterliche Gemütsruhe, Unempfindlichkeit und Leidenschaftslosigkeit, die den Menschen als Seligkeit und Frucht der Kontemplation in Aussicht gestellt werde, sei in Wirklichkeit nicht erstrebenswert, sondern illusionär und naturwidrig. Er schilderte die Stunden einsamer Betrachtung auf seinen Spaziergängen als die einzigen, in denen er ohne Beeinträchtigung er selbst war – das, was die Natur gewollt hatte. Gebrauch. Für die ästhetische Einstellung ist „Isolation“ das maßgebliche Merkmal: Der Erlebnisinhalt wird aus den objektiven Zusammenhängen herausgelöst und das Erlebnis selbst aus psychologischen Zusammenhängen wie Aufgaben, Zwecken und Willensrichtungen. Keine Betätigung der Frömmigkeit sei an sich geringer als eine andere und Kontemplation sei nicht an eine bestimmte Lebensform gebunden. Die Welt der Gegenstände ist nur dazu da, erkannt zu werden. Generell sei jede unmittelbare Erkenntnis und daher auch alle Kontemplation Anschauung. [98] Im englischsprachigen Raum war Thomas Keating maßgeblich an der Entwicklung des centering prayer (Gebet der Zentrierung) beteiligt. Das Adjektiv kontemplativ bedeutet „beschaulich“, „untätig“ oder „besinnlich“. Dieser soll in archaischen Formen der Religiosität durch die Herbeiführung rauschartiger Ekstasen erlangt werden. Die Kontemplation bestimmte Guigo als „Erhebung des Gott anhangenden Geistes über sich hinaus, wobei er die Freuden der ewigen Süße schmeckt“. Die intellektuelle Anschauung sei „nichts Besonderes, sondern gerade das ganz Allgemeine“. Gregor befand, das aktive Leben habe dem kontemplativen zeitlich vorauszugehen, doch das kontemplative sei verdienstlicher. Mit dieser Forderung knüpfte Julianus an die Gedankenwelt des Cassianus an. Jahrhunderts führte aber eine skeptischere Einschätzung der möglichen Ergebnisse politischen Handelns zu einem Umdenken. Das Wort „kontemplativ“ kommt in den letzten Jahren sehr selten in deutschsprachigen Texten vor. Das Denken kriecht, das Nachsinnen geht oder läuft, die Betrachtung fliegt um alles herum. Flexion kontemplativ – Die Deklination des Adjektivs kontemplativ, Anderes Wort für kontemplativ – Quelle: OpenThesaurus. Das Ziel des gesamten Kontemplationsprozesses ist die Erlangung einer umfassenden Einsicht in die Natur der Weltordnung. Das heißt, dass man nicht mehr nur die Relationen der Dinge zueinander, „deren letztes Ziel immer die Relation zum eigenen Willen ist“, ins Auge fasst. Ein Familienvater sei dem Gemeinwesen nützlicher als ein Mönch. Anbetung ist selbstverständlich Mitte und Quellgrund jeden Ordenslebens. Die vom Ordensgründer eingeführten Exercitia spiritualia dienen als grundlegendes Instrument der Schulung von Gedächtnis, Verstand und Willen. Sie ist reines Geschenk Gottes. Jahrhundert war die Blütezeit der augustinischen Kontemplationslehre, die nun weiter ausgearbeitet und scharf formuliert wurde. Dies entspricht ungefähr dem Begriff ϑεωρία (theōría) in der griechischen Philosophie. [60] Allerdings nahm die Bedeutung dieses Konzepts einer intuitiven Kontemplation ab, denn die spätmittelalterliche Geisteswelt war stark vom Diskurs scholastischer Denker geprägt, die von einem anderen Ansatz ausgingen. Es wird darauf hingewiesen, dass er die traditionelle Idee einer kontemplativen Wirklichkeitserfassung aufgegriffen und in sein System integriert habe. Einträge aus unserem Wörterbuch, in denen „kontemplativ“ vorkommt: Kontemplation: …gebildet; zu dem Substantiv templum‎ = „Beobachtungskreis“ gebildet; vergleiche kontemplativ Sinnverwandte Begriffe: Beschaulichkeit, Besinnlichkeit, Einkehr…, divinatorisch: Die divinatorisch begabten Menschen sind diejenigen, die sich kontemplativ für religiöse Erlebnisse öffnen und sich durch diese beeindrucken lassen können, Reim:Deutsch:-iːf: …karitativ kommutativ konfrontativ konsekutiv konservativ konspirativ konstitutiv kontemplativ kopulativ kumulativ operativ ostentativ Prädikativ…, kontemplativem: …Merkmale: Dativ Singular Maskulinum der starken Deklination des Positivs des Adjektivs kontemplativ Dativ Singular Neutrum der starken Deklination des Positivs des Adjektivs…, kontemplativen: …Merkmale: Genitiv Singular Maskulinum der starken Deklination des Positivs des Adjektivs kontemplativ Akkusativ Singular Maskulinum der starken Deklination des Positivs des…. Das ist für den Verstand absolut unannehmbar und stellt auch für die Vernunft ein Problem dar. Er wies auch auf die „demütige Hinnahme der gegebenen sozialen Ordnung“ als Folge einer kontemplativen Haltung hin. Weil, die zeitweilig als Lehrerin tätig war, meinte, das wesentliche Ziel der Schulbildung sei nicht die Vermittlung von Kenntnissen, sondern das Einüben der Aufmerksamkeit. Dieser Begriff bezeichnet spirituelles Gedankengut, das damals von einigen katholischen Persönlichkeiten hauptsächlich in Italien, Spanien und Frankreich verbreitet wurde, aber auch in protestantischen Ländern Anklang fand. Dort wird ausgeführt, der Mensch sei zur Betrachtung des Himmels und zur Erkenntnis der göttlichen Macht bestimmt. [53], Nach dieser Darstellung ist die erste Form der Kontemplation auf die Sinnesobjekte ausgerichtet und von deren unmittelbarem Eindruck bestimmt. Damit wird ein Erkenntnisaufstieg vom Sichtbaren zum Nichtsichtbaren möglich. Dann wird das, was ihn in diesen „Zustand der Erhebung“ gebracht hat, „erhaben“ genannt. Wortart: Deklinierte Form [45], In der Literatur der Strömung, die von der Spiritualität des Zisterziensers Bernhard von Clairvaux († 1153) geprägt war, fand die verbreitete Verachtung einer auf Weltliches abzielenden vita activa einen markanten Ausdruck. Der Mönch sei mit seiner Zurückgezogenheit ein schlechtes Vorbild, er biete den Christen ein nutzloses und gefährliches Beispiel. Sie sei „dieses Leben selbst in seiner voll erwachten, voll aktiven, voll sich seiner Lebendigkeit bewussten Form“ und „eine lebendige Wahrnehmung der Tatsache, dass das Leben und Sein in uns aus einer unsichtbaren, transzendenten und unendlich überfließenden Quelle stammen“. Dieses Aussehen gesehen haben ist Wissen. [159], Im späten 18. Die Seligkeit von Betrachtung bestehe im „entzauberten Zauber“.